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FAQ Boden / Abfall
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FAQ - Häufig gestellte Fragen

zum Thema Boden und Abfall:

Zählt Boden auch zu den Abfällen ?
Wann sind chemische Untersuchungen von Boden und Abfall erforderlich ?
Wann sind chemische Untersuchungen von Bodenaushub nicht erforderlich ?
Warum sind die chemischen Untersuchungen von Boden und Abfall überhaupt erforderlich ?
Was ist das Ziel einer Boden- bzw. Abfalluntersuchung ?
Welcher Aufwand ist für Boden- bzw. Abfalluntersuchungen erforderlich ?
Warum sollten bzw. müssen die Probenahmen und die Beurteilungen durch dieselbe befugte Fachperson oder Fachanstalt durchgeführt werden ?
Wie lange dauert eine chemische Analyse von Böden und Abfällen ?



Zählt Boden auch zu den Abfällen ?

Boden, der im Zuge von Bautätigkeiten (z.B. Aushub) anfällt, unterliegt grundsätzlich auch dem Abfallrecht (z.B. Abfallwirtschaftsgesetz, Abfallverzeichnis-Verordnung, Bundes-Abfallwirtschaftsplan) und muss entsprechend gehandhabt werden. Werden jedoch begrenzte Mengen von Bodenaushub (max. 7500 t mit weniger als 5 Volums-% bodenfremder Bestandteile) im selben Bereich, in dem sie ausgehoben wurden, wieder eingebaut und geben die Informationen über die Vornutzung bzw. die lokale Belastungssituation unter Einbeziehung früherer Immissionssituationen keine Hinweise über mögliche Verunreinigungen, so bestehen keine besonderen Anforderungen für die Umlagerung am selben Grundstück oder im selben Baustellenbereich (jedenfalls im selben Baulos) sofern

•  die visuelle Kontrolle beim Aushub keine Hinweise auf eine Verunreinigung ergibt,
•  durch die Umlagerung keine Änderung der Nutzung bewirkt wird,
•  der humose Oberboden getrennt erfasst und wieder als Oberbodenmaterial eingesetzt wird,
•  die gesamte Menge an Bodenaushub, die bei der Umlagerung von einem Grundstück auf ein Nachbargrundstück verlagert wird, nicht mehr als 7.500 t beträgt und
•  eine entsprechende Dokumentation durch den Bauherrn erfolgt.

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Wann sind chemische Untersuchungen von Boden und Abfall erforderlich

Die fachgerechte Entsorgung und (Wieder-)Verwertung von Boden und Abfällen ist durch verschiedene Gesetze geregelt, z.B. Deponieverordnung und Abfall-verzeichnisverordnung, Bundes-Abfallwirtschaftsplan. Sämtliche Stoffe, die dem Abfallrecht unterliegen (und damit auch Boden) und als Abfall anfallen, müssen jener Abfallart zugeordnet werden, die den Abfall in seiner Gesamtheit am besten beschreibt. Ist für die Zuordnung des Abfalls die Kenntnis seiner chemischen Zusammensetzung erforderlich, so ist diese durch eine sachverständige Beurteilung auf Basis einer chemischen Analyse der relevanten Parameter nachzuweisen.

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Wann sind chemische Untersuchungen von Bodenaushub nicht erforderlich ?

Für Bodenaushub, der einer Beseitigung zugeführt werden soll, kann die Zuordnung auch ohne analytische Beurteilung erfolgen, wenn aufgrund der Kenntnis der Herkunft des Bodenaushubs eines Standortes (insbesondere der Vornutzung und der lokalen Belastungssituation unter Einbeziehung früherer Immissionssituationen) und der visuellen Kontrolle beim Aushub keine Verunreinigung zu vermuten ist (siehe hierzu die Kleinmengenregelungen der Deponieverordnung).
Im Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2001, Teilband Leitlinien zur Abfallverbringung und Behandlungsgrundsätze, ergänzt durch die Änderung der AbfallverzeichnisVO vom April 2005, existiert eine Kleinmengenregelung für die Verwertung von Bodenaushub (Kap. 3.19.1.1 c.)). Beträgt der bei einem Bauvorhaben insgesamt anfallende Bodenaushub nicht mehr als 2.000 t und ist auf Basis der Beurteilung der Herkunft des Bodenaushubs (insbesondere der Vornutzung und der lokalen Belastungssituation unter Einbeziehung früherer Immissionssituationen) und der visuellen Kontrolle beim Aushub keine Verunreinigung zu vermuten, so kann auf eine analytische Beurteilung verzichtet werden, wenn die Unbedenklichkeit der Verwertung entsprechend dokumentiert wird.
In beiden Fällen sind bei der Zuordnung des Bodenaushubs zu Abfallarten die entsprechenden Vorgaben der Abfallverzeichnisverordnung zu beachten.

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Warum sind die chemischen Untersuchungen von Boden und Abfall überhaupt erforderlich ?

Ein geschulter und erfahrener Chemiker kann bereits während der Probenahme eine erste Einschätzung hinsichtlich der Eigenschaften und Schadstoffgehalte des Bodens oder Abfalls sowie der Abfallart vornehmen. Zahlreiche Schadstoffe sind jedoch nicht offensichtlich erkennbar, insbesondere wenn sie in diffuser Form vorliegen. Dazu bedarf es der chemischen Untersuchung im Labor, wie es z.B. in der Deponie-VO vorgegeben ist.

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Was ist das Ziel einer Boden- bzw. Abfalluntersuchung ?

Auf Basis der Ergebnisse der Untersuchung kann die ökologisch und ökonomisch bestgeeignete und allen Rechtsvorschriften genügende Entsorgungs- oder (Wieder-) Verwertungsmöglichkeit gefunden werden.

Folgende Fragestellungen können relevant sein:

•  Klassifizierung der Abfälle und Zuordnung zu Abfallarten
•  Zulässigkeit der Deponierung
•  Langzeitverhalten der Abfälle bei der Deponierung
•  Einhaltung der Richtlinien für Verfüllungen und Rekultivierungen
•  bei Klärschlämmen: Zulässigkeit der Verwertung in der Landwirtschaft
•  bei Kompost: Qualitätskriterien zur Verwertung
•  Eignung von Abfällen für spezielle Behandlungsmethoden und     Behandlungsanlagen
•  Entwicklung und Optimierung von abfallbezogenen Verfahren
•  Bilanzierung von Stoffströmen
•  bei Verdachtsflächen und Altlasten: Identifizierung, Untersuchung,     Beurteilung und Sanierung

Die Beurteilung der Untersuchungsergebnisse erfolgt in Form von Gutachten, grundlegenden Charakterisierungen (Gutachten gemäß Deponieverordnung), Gefährdungs-abschätzungen oder Prüfberichten.

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Welcher Aufwand ist für Boden- bzw. Abfalluntersuchungen erforderlich ?

Grundsätzlich gilt: der Aufwand ist umso größer, je

•  weniger Informationen im Vorfeld zur Verfügung stehen
•  komplexer die Abfallzusammensetzung ist (Heterogenitätsgrad,     Mischung verschiedener Abfälle)
•  komplexer die Standortverhältnisse sind, wobei der Aufwand in der     Reihe Landwirtschaft, Wohngebiet < städtischer Ballungsraum <     industrieller Ballungsraum < einfacher Gewerbe- oder     Industriestandort mit (langjähriger) gleich bleibender Nutzung <     komplexer Gewerbe- oder Industriestandort mit langjähriger, häufig     wechselnder Nutzung zunimmt
•  detaillierter die Fragestellungen zu beantworten sind, wobei der     Aufwand in der Reihe Untersuchung der mittleren Schadstoffbelastung     < Höchstwertbestimmung < Untersuchung der räumlichen     Schadstoffverteilung zunimmt.

Der Aufwand bei der Probenahme (Beprobungsdichte, Anzahl der Stichproben und qualifizierten Stichproben) ist in Normen festgelegt, z.B. ÖNORM S 2121: Probenahme von Böden für die Durchführung einer Abfalluntersuchungen, ÖNORM S 2123 Teil 1-5: Probenahmepläne für Abfälle und richtet sich nach Kriterien, wie der Abfallmenge, der Art, in welcher der Abfall vorliegt (z.B. Haufen, flüssiger Abfall), der Standortgröße und der vermuteten Verteilung der Schadstoffe.

Für die chemische Untersuchung ist grundsätzlich je angefangene 1.500 t mindestens 1 Probe (Feldprobe, Sammelprobe, qualifizierte Stichprobe) heranzuziehen. Für die Erstellung einer grundlegenden Charakterisierung kann eine Reduktion auf 1 untersuchte Probe je 7.500 t erfolgen, wenn die grundlegende Charakterisierung vor Beginn der Aushub- oder Abräumtätigkeit erfolgt.

Die Erfahrung zeigt, dass zumeist die Kosten für die Untersuchung einer größeren Probenzahl durch Einsparungen bei den Entsorgungskosten mehr als aufgewogen werden.

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Warum sollten bzw. müssen die Probenahmen und die Beurteilungen durch dieselbe befugte Fachperson oder Fachanstalt durchgeführt werden ?

Der Probenehmer liefert aufgrund der Ersteinschätzung des Materials wichtige Informationen für die spätere Beurteilung des untersuchten Materials. Auf Basis der Abfallbeschreibung kann der für eine Beurteilung erforderliche Untersuchungsumfang festgelegt bzw. auf das unbedingt notwendige Ausmaß reduziert werden. Die Informationen dienen auch zur Prüfung der Plausibilität der Messergebnisse.
Für die Erstellung einer grundlegenden Charakterisierung gemäß Deponieverordnung bzw. zur Beurteilung der (Wieder-)Verwertbarkeit müssen die Probenahmen, die überwiegende Anzahl der Analysen und die grundlegenden Charakterisierungen von derselben befugten Fachperson oder Fachanstalt durchgeführt werden.

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Wie lange dauert eine chemische Analyse von Böden und Abfällen ?

Am ersten Arbeitstag erfolgt die Herstellung von Extrakten, Aufschlüssen und wässrigen Auszügen (Eluaten). Metallaufschlüsse müssen vor der Analyse gemäß Normvorschrift mehrere Stunden gelagert werden.
Die Herstellung des Eluates erfolgt durch Auslaugung des Probenmaterials mit Wasser über 24 Stunden. Da einige möglicherweise enthaltene Schadstoffe nur geringe Stabilität in wässriger Lösung aufweisen und die Analyse unmittelbar nach Ablauf der 24 Stunden erfolgen muss, werden Eluate im Routinebetrieb nur in der Zeit von Montag bis Donnerstag angesetzt.
Die Messergebnisse der einzelnen Untersuchungsparameter werden auf formale Richtigkeit und auf Plausibilität überprüft. Bei formal richtigen aber unplausiblen Daten werden die Messungen wiederholt. Auf Basis der Messergebnisse kann im Einzelfall zur nachfolgenden Beurteilung eine Erweiterung des Untersuchungs-umfanges erforderlich werden.
Im Normalfall dauern daher die chemischen Untersuchungen einschließlich der nachfolgenden Beurteilung durchschnittlich 7 Arbeitstage, bei großer Probenzahl, großem Untersuchungsumfang oder komplexer Fragestellung durchschnittlich 10 Arbeitstage.

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